PCOS-Leitlinie 2018: Die Highlights zu Diagnostik und Therapie

Haben Sie schon gehört? Die brandneue, internationale Leitlinie zur Diagnostik und Behandlung des Polyzystischen Ovarsyndroms (PCOS) ist da! Und damit gibt es neue, aktualisierte Empfehlungen zur Diagnostik, Therapie, Medikation sowie zu Lebensstilmaßnahmen beim PCO-Syndrom (siehe Artikel zu den Ernährungsempfehlungen hier, und zu Bewegungsempfehlungen hier).

 

Über die medizinischen Highlights der Leitlinie, und die ein oder andere neue

Überraschung lesen Sie im folgenden Artikel.

Behandlung und Therapie Medikamente für das PCO Syndrom (PCOS) Leitlinie 2018
Die Behandlungsleitlinien für das PCO-Syndrom 2018 sind da!

Was ist das PCOS?

  • Die Zeiten sind endgültig vorbei, in denen das PCO-Syndrom als reine Störung der Fruchtbarkeit betrachtet wurde. Übergewicht und Insulinresistenz wird in der Krankheitsentstehung und Verschlechterung der Symptomatik des PCOS ein wichtiger Stellenwert eingeräumt. Das PCOS ist also auch eine Erkrankung, die den Stoffwechsel betrifft. Darüber hinaus nehmen auch die psychischen Faktoren in der Leitlinie einen wichtigen Raum ein (Körperbild, Depression, Ängstlichkeit, Essstörungen usw.)
  • Die Autoren der Leitlinie sprechen sich dafür aus, dass in zukünftigen Studien die PCOS-Typisierung (4 Typen) berücksichtigt werden soll.

Update PCOS-Diagnose

  • Rotterdam-Kriterien. Die Diagnose des PCOS soll (nach wie vor) bei Erwachsenen anhand der Rotterdam-Kriterien (was das bedeutet, können Sie hier lesen) gestellt werden. Jedoch sollte kein Ultraschall für die Diagnostik herangezogen werden, innerhalb der ersten 8 Jahre nach Eintreten der ersten Regelblutung (Menarche). Das hat damit zu tun, dass in dieser Lebensphase häufig multi-follikuläre Eierstöcke vorliegen.
  • AMH. Spiegel des Anti-Müller-Hormons (AMH) sind noch nicht geeignet für die Diagnostik!
  • Unregelmäßige Zyklen sind normal innerhalb des ersten Jahres nach Eintreten der ersten Regelblutung (Menarche). Nach mehr als einem Jahr bis zu maximal drei Jahren nach der Menarche gelten Zyklen als unregelmäßig unter 21 oder über 45 Tagen. Nach einem Jahr bestehen auch unregelmäßige Zyklen, wenn zumindest ein Zyklus über 90 Tagen auftritt. Unregelmäßige Zyklen sind drei Jahre nach der Menarche bis zurzeit um die Wechseljahre definiert als unter 21 oder über 35 Tage oder weniger als 8 Zyklen pro Jahr
  • Fehlende Ovulation. Eine Störung des Eisprungs kann auch unter regelmäßigen Blutungen erfolgen, und wenn fehlende Eisprünge diagnostiziert werden wollen, können Serum-Progesteronspiegel gemessen werden.

Die Therapie des PCO-Syndroms

  • Die Pille wird laut der Leitlinie nach wie vor als Arznei der ersten Wahl vorgeschlagen um Zyklusunregelmäßigkeit und die erhöhten „typisch männlichen“ Hormone bei PCOS ins Lot zu bringen. Es gibt keine Befürwortung eines speziellen Präparats.
  • Metformin kann laut der Leitlinie zusätzlich zur Lebensstiltherapie für Stoffwechsel, Hormone und Gewicht befürwortet werden. Es wurde darauf hingewiesen, dass es zu niedrigen Vitamin B12 Spiegeln durch die Einnahme kommen könnte.
  • Letrozole wird als das Medikament der ersten Wahl bei Kinderwunsch und PCOS befürwortet. Letrozole wird Clomifen also vorgezogen.
  • Gonadotropine (das sind Hormone der Hirnanhangsdrüse) können als Mittel der zweiten Wahl eingesetzt werden, um Eisprünge heranzulocken.
  • In-vitro-Fertilisation (IVF) kann angeboten werden, wenn andere Therapien, die den Eisprung fördern, versagt haben oder wenn eine Indikation dafür vorliegt.

Screening

  • Blutzucker. Auf Störungen des Blutzuckerhaushalts soll anhand eines oralen Glucosetoleranztests (ogTT), Nüchtern-Plasmaglucose oder HbA1c gescreent werden. Ein 75g-oGTT soll allen Frauen mit PCOS und Kinderwunsch angeboten werden, weil das Risiko von erhöhtem Blutzucker und den assoziierten Komorbiditäten in der Schwangerschaft hoch ist. Wenn dieser Test nicht vor der Schwangerschaft erfolgte, sollte er vor der 20. Gestationswoche erfolgen und allen Frauen mit PCOS der Test zwischen der 24. Und 28. Schwangerschaftswoche angeboten werden. Tests auf Insulinresistenz sind zu ungenau um diese als diagnostisches Kriterium für das PCOS miteinzubeziehen.
  • Essstörungen.
  • Depressivität und Ängstlichkeit.

 

Falls Sie noch mehr lesen möchten: Hier können Sie die Leitlinie (englische Fassung: International evidence-based  guideline for the assessment  and management of polycystic ovary syndrome 2018) downloaden.

 

Erzählen Sie mir, was war für Sie Neues aus diesen Leitlinien dabei? Ich freue mich auf Ihren Kommentar!

 


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