5 häufige Irrtümer über das PCO-Syndrom

Das PCO-Syndrom an sich ist ja schon eine recht komplizierte Erkrankung. Kein Wunder, dass sich um das PCOS also auch immer wieder Irrtümer, Mythen und Falschmeldungen ranken.

 

Hier erfahren Sie anlässlich des "PCOS Awareness Month" September fünf Wahrheiten über Ihre Erkrankung!

PCO Syndrom verstehen warum Eisprünge und Zyklen Diagnose
Um das PCO-Syndrom ranken sich einige falsche Annahmen und Unwahrheiten. Hier decken wir sie auf!

Irrtum Nr. 1: Der Name PCO-Syndrom ist falsch!

Der Name Polyzystisches Ovarsyndrom (PCO-Syndrom, PCOS) ist eigentlich irreführend. Ja, Sie haben richtig gelesen.

 

Aber warum soll er denn falsch sein?

 

Erst einmal müssen wir verstehen, was der Name denn eigentlich bedeutet.

„Poly“ steht für „viel“, „zystisch“ steht für die Zysten (flüssigkeitsgefüllte Hohlräume) und das Wörtchen „Ovar“ für den Eierstock.

Was im Ultraschall des PCO-Eierstocks aber auffällt, sind viele vergrößerte, unreife Follikel (Eibläschen), keine Zysten. Deshalb müsste die Erkrankung eigentlich Poly-follikuläres-Ovar-Syndrom (PFOS) heißen.


Irrtum Nr. 2: Wenige Frauen haben PCOS – falsch!

Sie fühlen sich mit der PCOS-Diagnose als Sonderling? Kennen niemanden oder nur wenige andere Frauen, die auch mit dem PCO-Syndrom zu kämpfen haben. Der Schein trügt! Denn das PCOS ist sogar die weltweit häufigste reproduktive Erkrankung von Frauen im gebärfähigen Alter. Schätzungen gehen von 5-18% aus. Nicht alle wissen jedoch von ihrer Diagnose.

Wer allerdings davon weiß, erzählt aber auch noch lange nicht davon: Betroffene Frauen sprechen (verständlicherweise) nicht gerne von ihrer Erkrankung - aus Scham, aus Angst vor Unverständnis oder auch aus ganz anderen Gründen. Aus diesem Grund fühlen sich viele Frauen mit PCOS alleine, obwohl sie doch in guter Gesellschaft sind. Und leider bleibt das PCOS somit auch in der öffentlichen Wahrnehmung ein Randthema.


Irrtum Nr. 3: Das PCOS betrifft nur die Fruchtbarkeit der Frau – falsch!

PCO Syndrom Psyche Wohlbefinden Depression Ängstlichkeit Insulinresistenz Übergewicht Hormone Zyklen Unfruchtbarkeit
Das PCO-Syndrom vereint Symptome aus den Bereichen Fruchtbarkeit, Stoffwechsel und Psyche

Das PCOS betrifft NICHT NUR die Fruchtbarkeit. Nein! Ich würde sogar von einer Symptom-Trias sprechen. Auf der einen Seite sind da natürlich viele Symptome, die Fruchtbarkeit, Hormone und Gynäkologie betreffen (z.B. erhöhtes Testosteron, fehlende Eisprünge etc.).

Aber auch Symptome aus dem Stoffwechselbereich (Übergewicht, Insulinresistenz, Diabetes) und der Psyche (Ängstlichkeit, Depressionen, Essstörungen) können auftreten. Die Symptome aus den einzelnen Bereichen bedingen oft sogar oder verschlechtern zumindest einander (z.B. die Stoffwechselprobleme verschlechtern die Fruchtbarkeit). 


Irrtum Nr. 4: Die Zyklusregelmäßigkeit gibt Aufschluss darüber, ob ein Eisprung stattfindet oder nicht – falsch!

Die Zyklen können bei PCOS unregelmäßig und stark verlängert sein.

Doch selbst in regelmäßigen Zyklen kann es passieren, dass gar kein Eisprung stattfindet, wie auch die neuen Leitlinien zur Behandlung des PCOS 2018 betont haben. Es können Blutungen auftreten, ohne dass zuvor ein Eisprung stattgefunden haben muss. Manchmal kann es sich nämlich auch um sogenannte Durchbruchsblutungen handeln.

 

Herausfinden kann der Arzt, ob Eisprünge stattfinden anhand der Bestimmung von Progesteronspiegeln. Man selbst kann über die Selbstbeobachtung von Zyklusmerkmalen (Basaltemperatur, Tasten des Muttermunds und Beobachten des Zervixschleims) herausfinden ob, und wann ein Eisprung stattfindet.


Irrtum Nr. 5: Um das Polyzystische Ovarsyndrom zu haben muss man Zysten im Eierstock haben – falsch!

Für die Diagnose müssen diese gar nicht unbedingt vorliegen.

 

Es reicht, wenn Sie erhöhte typisch männliche Hormone haben und in Ihren Zyklen zu selten Eisprünge stattfinden und andere Ursachen dafür ausgeschlossen wurden.

 

In den neuen Behandlungsleitlinien für das PCOS 2018 wurde sogar festgeschrieben, dass innerhalb der ersten Jahre nach Eintritt der ersten Regelblutung (Menarche) das Vorliegen „Polyzystischer Ovarien“ kein Kriterium sein soll, da dies in der Pubertät sehr oft und auch

normalerweise vorliegen kann.

 


Erzählen Sie mir: Was haben Sie bisher noch nicht über das PCOS gewusst? Was haben Sie gelernt? Ich freue mich über Ihren Kommentar!

 


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Kommentare: 1
  • #1

    Susanne (Dienstag, 18 September 2018 11:32)

    Ich für meinen Teil hätte mir (als Betroffene) von Ihnen eher fünf positivere Kommentare oder Aufzählungen gewünscht...

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Kategorien:

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