Willkommen im Blogbereich zur

Ernährung bei Kinderwunsch - für die Frau. 

 

 

Dieser Blog dient lediglich der Information und ist kein Ersatz für professionelle medizinische Beratung, Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Vor Beginn einer Ernährungsumstellung, Aufnahme sportlicher Aktivitäten, Einnahme von Supplementen oder jeder Änderung eines existierenden Behandlungsplans muss ärztlicher Rat eingeholt werden.

So kann dieser Blog genauso gestaltet werden, dass Sie davon profitieren. Ich wünsche Ihnen, dass Sie viel Neues dazulernen können!


Kann Gluten Unfruchtbarkeit verursachen?

 

 

Weizen, Roggen, Dinkel und Co. – sie alle haben eines gemein: Sie enthalten den Eiweißstoff „Gluten“. Gluten ist für die allermeisten Menschen eigentlich ganz harmlos, aber eben nicht für alle. Denn Unverträglichkeiten von Gluten, wie z.B. die Zöliakie, stecken verhältnismäßig häufig auch hinter (ungeklärter) Unfruchtbarkeit. 

Gluten, Weizen, Brot verursachen Unfruchtbarkeit, Kinderwunsch, Zöliakie und Glutensensitivität
Glutenhaltige Lebensmittel wie Brot, Nudeln und Co. können für einige Menschen der Grund für Unfruchtbarkeit sein.

Was ist Gluten?

 

Gluten (sprich: Glu-tehn) ist in Getreiden enthalten und wird auch oft als „Klebereiweiß“ bezeichnet. Dieser Begriff „Kleber“ kommt auch nicht von ungefähr, denn wenn Getreidemehle mit Wasser in Berührung kommen, bildet sich dank Gluten eine klebrige Masse und sorgt für die sogenannte „Backfähigkeit“. Obwohl womöglich niemand den klebrigen Teig an Fingern zu schätzen weiß, entsteht ein gutes Brot erst dank dieser Reaktion.

 

Wo ist überall Gluten enthalten?

 

Gluten ist in Getreidesorten wie Weizen, Roggen, Emmer, Kamut, Dinkel, Gerste und Einkorn enthalten. Das bedeutet, dass auch alle daraus oder damit hergestellten Produkte glutenhaltig sind. Von Brot, Nudeln, Kuchen, Müsli bis hin zu möglicherweise unvermuteten Gluten-Quellen wie Soßen und Fertigprodukten ist Gluten Bestandteil der täglichen, ganz normalen Ernährung. Für die meisten Menschen zurecht – denn Getreideprodukte können als hochwertige Vollkornprodukte einen enormen Beitrag für Ihre Ernährung leisten: Sie enthalten (lösliche und unlösliche) Ballaststoffe, wertvolle Mineralien und auch Vitamine. Vollkorngetreide sind also eigentlich auch für alle, die schwanger sind oder es werden wollen empfehlenswert. Mit ein paar Ausnahmen…

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Die Getreidesorten Weizen, Dinkel, Kamut, Emmer, Roggen und Gerste enthalten Gluten

Wann Sie von Gluten Abstand nehmen sollten

 

Aktuell gibt es drei Erkrankungen, bei denen eine glutenfreie Ernährung wissenschaftlich fundiert als Therapieform eingesetzt wird. Und zwar:

 

-        Zöliakie, Dermatitis herpetiformis

 

-        Nicht-Zöliakie Glutensensitivität

 

-        Eventuell im Rahmen eines Reizdarmsyndroms (FODMAP-Diät); hier ist aber die glutenfreie Ernährung kein Muss!

 

An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass man – selbst, wenn der Verdacht auf eine dieser Erkrankungen besteht – NICHT gleich eine glutenfreie Diät in Eigenregie beginnen sollte! Das hat damit zu tun, dass Sie so eine fundierte Diagnoseerstellung verhindern würden. Der erste Gang sollte deshalb nicht gleich ins Reformhaus, sondern in die Arztpraxis führen!

Was ist Zöliakie?

 

Die Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung, bei der der Dünndarm auf die Glutenbestandteile der Nahrung überempfindlich reagiert. Dadurch kommt es sogar zu Schädigungen der Schleimhaut, wodurch auch andere Nährstoffe wiederum nur mehr vermindert aufgenommen werden können. Folgen davon können Durchfälle, Gewichtsverlust, Mangelerscheinungen sein. Die einzig mögliche Therapie besteht in einem lebenslangen peniblen Glutenverzicht. Bereits kleinste Mengen können die Darmschleimhaut angreifen.  

 

Nur ca. 1% der Weltbevölkerung ist von Zöliakie betroffen, allerdings wissen viele Betroffene nichts von ihrem „Glück“. Denn nicht immer treten schwere Symptome zu Tage. Manchmal gibt es gar nur unspezifische Hinweise auf die Erkrankung, wodurch Betroffene und Ärzte lange im Dunkeln tappen. Bleibt die Zöliakie aber unentdeckt, kann das negative Folgen für Gesundheit, aber auch die Familienplanung haben. 

(Ungeklärte) Unfruchtbarkeit: Ist Weizen schuld?

 

Auch wenn Weizen aktuell ganz populär an fast allem „schuld“ zu sein scheint, brauchen die meisten Frauen erstmal nicht auf Ihr Frühstücksbrötchen verzichten um schwanger zu werden. Bei gesunden Frauen bringt eine glutenfreie Ernährung nämlich gar nichts um schneller schwanger zu werden. Im Gegenteil – Sie schränken dadurch nur unnötig Ihre Nahrungsmittelauswahl und Quellen wertvoller Nährstoffe ein. Und genau diese brauchen Sie aber für eine gesunde Schwangerschaft!

 

Frauen, die allerdings (ungeklärte) Fruchtbarkeitsprobleme haben, haben allerdings deutlich häufiger auch eine Zöliakie (4-8%) als Frauen, die „einfach so“ schwanger werden können (unter ihnen sind nur 1% von Zöliakie betroffen). Das Problem ist, dass viele der Frauen mit Fruchtbarkeitsproblemen und Zöliakie nichts von der Zöliakie wissen.

 

 

Es ist also durchaus ratsam, auch vielleicht einmal an Zöliakie zu denken, wenn sich über lange Zeit der Kinderwunsch nicht erfüllen lässt und vor allem keine anderen, handfesten Ursachen für Ihre Unfruchtbarkeit festgestellt werden konnten. Besonders bei Frauen.

Zöliakie ist weiblich

 

Frauen sind zweimal häufiger von Zöliakie betroffen als Männer. Auch andere Autoimmunerkrankungen, die das schwanger werden nicht einfacher machen wie z.B. die Hashimoto-Thyreoiditis kommen bei Frauen häufiger vor – und treten auch bei der Zöliakie häufiger auf.

 

Zwar ist auch Eisenmangel unter Frauen generell weit verbreitet, dieser kann aber theoretisch auch eine Auswirkung der Zöliakie sein. Hinzu kommen dann noch Zink-, Vitamin B12- und Folsäuremangel durch die Erkrankung. All diese Nährstoffe wären für Kinderwunsch und Schwangerschaft aber äußerst wichtig! 

Folgen von Zöliakie für Kinderwunsch und Schwangerschaft

 

Nicht nur unerfüllter Kinderwunsch tritt bei Zöliakie auf. Etwas augenscheinlichere Symptome der Erkrankung könnten auch ausbleibende Regelblutungen (Amenorrhö) oder gar ein vorzeitiges Versagen der Eierstöcke darstellen.

 

In der Schwangerschaft können dann leider häufiger Fehlgeburten, angeborene Fehlbildungen, Frühgeburten oder eine Wachstumsverzögerung des Kindes im Mutterleib auftreten. Diese Probleme treten besonders dann zu Tage, wenn die Schwangere gar nichts von Ihrer Zöliakie weiß und sie auch dementsprechend nicht die für sie richtige Ernährung verfolgt. Die Diagnose frühzeitig, am besten noch in der Kinderwunschzeit zu stellen ist also wirklich entscheidend!

 

Wie es zu diesen drastischen Auswirkungen kommen kann, ist noch nicht ganz klar. Aber man nimmt an, dass besonders die nicht behandelte (weil nicht erkannte?) Zöliakie Schwangerschaftsprobleme verursacht. Dies läuft vermutlich über die durch die Zöliakie gebildeten Antikörper, die allen Anscheins mit der Plazenta in Kontakt treten und so für Komplikationen sorgen.

Zöliakie und Kinderwunsch: Das ist zu tun!

 

-        Reich an Nährstoffen, frei von Gluten. Wenn Sie Zöliakie haben, ist gerade jetzt und während der Schwangerschaft die penible Umsetzung einer glutenfreien Diät angesagt. Viele glutenfreie Produkte sind allerdings keine allzu guten Nährstofflieferanten. Achten Sie deshalb auf möglichst hochwertige glutenfreie Alternativen. Auch reichlich Gemüse, Nüsse und Kerne sind wertvolle Kraftspender. Behalten Sie besonders die kritischen Nährstoffe (Folsäure, Vitamin D, Vitamin B12, Eisen) gut im Auge und lassen Sie Ihren Status überprüfen. Wenn Sie auf Nummer sichergehen wollen und Ihre Ernährung dahingehend optimieren wollen, wenden Sie sich an eine qualifizierte Ernährungsfachkraft!

 

-        Mängel im Blick. Auch bei der Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität treten häufig Eisenmangel, Folsäuremangel, Vitamin-D und B12 Armut auf. Behalten Sie diese Nährstoffe im Blick.

 

-        Sind Sie bereits schwanger und haben Zöliakie? Aus einer großangelegten Beobachtungsstudie weiß man, dass das Risiko für Ihr Kind, auch Zöliakie zu entwickeln, besonders hoch ist, wenn die Mutter auch betroffen ist. Behalten Sie dies im Hinterkopf, wenn bei Ihrem Kind im Laufe des Lebens entsprechende Symptome auftreten!

 

-        Rasche Diagnose notwendig! Wenn Sie allerdings noch keine Diagnose haben und nur vermuten, an einer Zöliakie zu leiden, dann sollten Sie trotzdem weiterhin glutenhaltige Lebensmittel essen. Nur so kann auch die Diagnose gestellt werden! Natürlich müssen Sie dann aber schleunigst zum Arzt, damit Sie im Falle der Zöliakie dann doch so schnell wie möglich mit Ihrer Therapie – der glutenfreien Ernährung – beginnen können!

 

Quellen

 

-        Ban L, West J, Abdul Sultan A, Dhalwani NN, Ludvigsson JF, Tata LJ. Limited risks of major congenital anomalies in children of mothers with coeliac disease: a population-based cohort study. BJOG. 2015;122(13):1833-41.

 

-        Bold J. Glutenunverträglichkeit und weibliche Infertilität. Forum GLUTEN-FREE Journal for Health Care Professionals 2016/02 Dr. Schär Institute

 

-        Catassi C. Zöliakie ist weiblich. Forum GLUTEN-FREE Journal for Health Care Professionals 2016/02 Dr. Schär Institute

 

-        Emilsson L, Magnus MC, Stordal K. Perinatal risk factors for development of celiac disease in children, based on the prospective NorwegianMother and Child Cohort Study. Clin Gastroenterol Hepatol. 2015;13(5):921-7.

 

-        Fortunato F, Martinelli D, Prato R, Pedalino B. Results from Ad Hoc and Routinely Collected Data among Celiac Women with Infertility or Pregnancy Related Disorders: Italy, 2001–2011. The Scientific World Journal. Volume 2014

 

-        Green PH, Jabri B. Coeliac disease. Lancet. 2003;362(9381):383-91.

 

-        Khashan AS, Henriksen TB, Mortensen PB, Mc-Namee R, McCarthy FP, Pedersen MG, et al. The impact of maternal celiac disease on birthweight and preterm birth: a Danish population-based cohort study. Hum Reprod. 2010;25(2):528-34.

 

-        Ludvigsson J, Montgomery S, Ekbom A. Celiac disease and risk of adverse fetal outcome: a population-based cohort study. Gastroenterology 2005; 129:454 – 463.

 

-        McCarthy FP, Khashan AS, Quigley E, Shanahan F, O'Regan P, Cronin C, et al. Undiagnosed maternal celiac disease in pregnancy and an increased risk of fetal growth restriction. J Clin Gastroenterol. 2009;43(8):792-3.

 

-        Molina-Infante J, Santolaria S, Sanders DS, Fernández-Bañares F. Systematic review: noncoeliac gluten sensitivity.

 

-        Tersigni C, Castellani R, de Waure C, Fattorossi A, De Spirito M, Gasbarrini A, et al. Celiac disease and reproductive disorders: meta-analysis of epidemiologic associations and potential pathogenic mechanisms. Hum Reprod Update. 2014;20(4):582-93.

 

-        Vici G, Belli L, Biondi M, Polzonetti V. Gluten free diet and nutrient deficiencies: A review. Clin Nutr. 2016 May 7.

 

-        Volta U, Bardella MT, Calabrò A, Troncone R, Corazza GR; Study Group for Non-Celiac Gluten Sensitivity. An Italian prospective multicenter survey on patients suspected of having non-celiac gluten sensitivity. BMC Med 2014;12:85.


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IVF, ICSI und Co.: Warum das Gewicht eine (ge)wichtige Rolle spielt

 

Wenn Paare zu viel auf die Waage bringen, kann dies leider auch eine (ge)wichtige Ursache für den andauernden, unerfüllten Kinderwunsch darstellen. Für viele Betroffene führt dann am Gang ins Kinderwunschzentrum oder zum Spezialisten kein Weg mehr vorbei. Dank der rasanten Fortschritte der Reproduktionsmedizin wird so auch manchmal aus dem Traum vom Kind wunderbare Realität.

 

Allerdings sind die Techniken der assistieren Reproduktion auch oftmals begrenzt. Grundlegende Probleme, die z.B. durch Übergewicht bedingt sind, können durch die Reproduktionsmedizin nicht einfach so ausgeschalten werden, sondern nur bestmöglich umgangen werden. Für Übergewichtige bedeutet das leider, dass ihre Aussicht auf ein Kind – trotz der Kinderwunschbehandlung – kleiner ist. 

 

Was Übergewicht denn nun konkret für Ihre IVF, ICSI und Co. bedeutet und was Sie trotzdem für Ihren Erfolg tun können lesen Sie hier.

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Mit medizinischer Hilfe zum Wunschkind! Die Waage entscheidet allerdings über den Behandlungserfolg mit.

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Wie Übergewicht deine weibliche Hormonbalance zum Kippen bringt

Hüftgold und Bauchspeck: diese zwei lästigen Begleiter im Leben einer Frau sind mehr als nur Energiespeicher für „schlechte Zeiten“. Denn das Fettgewebe stellt sogar Hormone und Botenstoffe selbst her und greift somit in das feinabgestimmte Regelwerk der Fruchtbarkeit ein.

Liegt zu viel Fettgewebe vor, können so auch typische hormonelle Veränderungen im Blut auftreten, die die weibliche Fruchtbarkeit beeinträchtigen können.

Erfahren Sie, welche Hormone aus Ihrem Laborbefund möglicherweise durch Übergewicht aus der Bahn geworfen wurden. 

Hormone Abnehmen Testosteron Insulin Hormonstörung Hyperandrogenämie Androgene
Durch Übergewicht geraten bei der Frau einige wichtige Hormone aus dem Lot: Östrogen, Insulin, Testosteron, LH, SHBG

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Folsäure: das Vitamin für Schwangerschaft und Kinderwunsch

Folsäure Tabletten zum Schwanger werden, bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft.
Folatreiche Lebensmittel sowie Folsäure-Tabletten sind bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft das A&O.

Das Wichtigste, was Sie über Folsäure wissen müssen, wenn Sie schwanger sind oder es werden wollen:

Erfahren Sie...

  • wofür Folsäure eigentlich gut ist
  • wie viel man davon zuführen sollte
  • ob Tabletten oder Lebensmittel zur Bedarfsdeckung ausreichen
  • ab wann und wie lange man Folsäure überhaupt vor und während der Schwangerschaft einnehmen sollte

Lesen Sie hier alle Antworten auf diese wichtigen Fragen und tun Sie so das Beste für Sie und Ihr (zukünftiges) Kind!


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