Die PCOS-Leitlinie 2018 ist da: Empfehlungen für Ihre Ernährung

Die brandneue, internationale Leitlinie für die Behandlung des Polyzystischen Ovarsyndroms (PCOS) 2018 ist da! Juhu!

 

Das über 200 Seiten umfassende Dokument stellt nun die aktuelle Basis für medizinische Fachkräfte zur Diagnostik, Behandlung und Therapie des PCO-Syndroms dar (Highlights siehe hier). Was in einem solchen Dokument nicht fehlen darf, ist natürlich auch die Würdigung von Lebensstilmaßnahmen (Ernährung, Bewegung siehe hier, Verhaltensänderung) um das PCOS in den Griff zu bekommen.

 

Hier fasse ich für Sie die wichtigsten der neuen Empfehlungen zur Ernährung zusammen. 


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Die neuen Leitlinien für Behandlung des PCO-Syndroms sind da: Natürlich darf auch Ernährung nicht fehlen.

So wichtig ist Ihr Lebensstil bei PCOS

Die Autoren der Leitlinie weisen eindrücklich darauf hin, dass Sie als Frau mit PCO-Syndrom zwei Ansatzpunkte für die Lebensstiltherapie des PCOS haben:

 

>> Übergewicht <<

In der Leitlinie wird betont, dass sich die Kombination aus PCO-Syndrom und

Übergewicht negativ auf Fruchtbarkeit, Stoffwechsel und das psychische Wohlbefinden bei PCOS auswirkt.

 

Körper, Hormone und psychisches Wohlbefinden hängen bei PCOS also miteinander

zusammen!

 

Immer mehr Frauen mit PCOS sind allerdings von Übergewicht betroffen. In den letzten drei Dekaden hat sich die Rate der Frauen mit PCOS und starkem Übergewicht (BMI ≥ 30kg/m2) von der Hälfte auf drei Viertel erhöht. Frauen mit PCOS nehmen über 10 Jahre hinweg auch deutlich mehr zu als Frauen, die nicht vom Syndrom betroffen sind. Gerade in den Jahren 20-25 und 40-45 verstärkt sich laut den Autoren das bauchbetonte Gewicht.

 

Und die Autoren sagen auch:

 

Frauen mit PCOS scheinen eine höhere genetische Vorbelastung dafür mitbringen, starkes Übergewichts zu entwickeln.

 

Was könnte dann also wichtiger sein, als die Ernährung und Bewegung anzupassen,

wenn scheinbar bei PCOS alles auf „Gewichtszunahme“ programmiert ist?

&

>> Insulinresistenz <<

Häufiger, als gedacht. Unglaubliche ¾ aller schlanken Frauen mit PCOS sind insulinresistent, unter den übergewichtigen Frauen mit PCOS sind sogar 95% betroffen. Die Insulinresistenz zieht ebenso negative Konsequenzen wie das Übergewicht für das Syndrom mit sich, so die Autoren.

 

PCO-Syndrom: was hilft?

Die Wissenschaftler schreiben, dass eine Lebensstiländerung und Abnehmen hier ansetzen können und bewiesenermaßen helfen. Sie betonen, dass bereits 5% Gewichtsverlust reichen, um Stoffwechsel, Fruchtbarkeit und das psychische Wohlbefinden zu unterstützten. Und das Ganze nutzt auch dann etwas, wenn kein Gewichtsverlust stattfindet.

 

Was bringt´s konkret?

 

Frauen mit PCOS können laut der Leitlinie durch eine Lebensstiländerung bewiesenermaßen mit folgenden positiven Effekten rechnen:

 

Hormone:

  • Weniger Testosteron und Hirsutismus (vermehrte Körperbehaarung nach männlichem Muster)

 

Körper:

  • Weniger Gewicht, Bauchumfang, niedrigeres Taille-Hüftverhältnis

 

Insulinresistenz:

  • Niedrigeres Nüchterninsulin
  • bessere Ergebnisse nach oralen Glukosetoleranztests mit Insulinbestimmung (das bedeutet im Prinzip, dass die Verwertung von Kohlenhydraten nach Mahlzeiten wieder besser funktioniert)

 

die Empfehlungen im Überblick

Doch was soll die Frau mit PCOS nun konkret dafür tun, damit auch sie diese Ziele erreichen kann? Wenn wir uns nun also Empfehlungen der Leitlinie ansehen, erkennen wir leider schnell, wie "dünn" diese Empfehlungen sind. Warum?

 

Zu wenig gute Ernährungsforschung. Für medizinische Leitlinien mit solch hohen Standards bedarf es oft einer Vielzahl an guten UND ähnlichen Studien zu einer Fragestellung. Passende, vergleichbare Studien zu Medikamenten, die sehr kontrolliert und einfach verabreicht werden können und die durch wirtschaftliche Interessen auch finanziert werden, gibt es meist zur Genüge. Genau das fehlt aber oft bei Ernährungsstudien, und das setzt sich natürlich auch beim chronisch unterbeachteten Thema wie PCOS einfach fort. Es gibt schlicht zu wenig ähnliche und gute Studien zu bestimmten Ernährungsstrategien bei PCOS, als dass man sie in eine Leitlinie aufnehmen könnte.

 

Ernährung ist individuell. Lassen Sie mich aber versichern: Das bedeutet keineswegs, dass es keine für Sie passende Ernährung bei PCOS gibt. Das bedeutet schlicht, dass aus den wenigen verfügbaren Studien kein durchschnittlich „bester“ Weg für die durchschnittliche Frau mit PCOS gefunden werden kann (was auch immer eine „durchschnittliche“ Frau mit PCOS sein mag…). 

 

Wenn wir uns nun also die Leitlinie ansehen, werden Sie erkennen, wie vage die Formulierungen sind. In den Erklärungstexten zwischen den Empfehlungen wird oft mit voller Inbrunst für die Bedeutung von Ernährung, Bewegung und psychischem Wohlbefinden argumentiert. Der Handlungsbedarf ist also den Wissenschaftlern durchaus klar (diese haben ja, wie oben schon berichtet, selbst geschrieben, welch hoher Einfluss auf das Gewicht und die Insulinresistenz zurückgeht).

 


Empfehlungen für einen gesunden Lebensstil bei PCOS

1. Der Lebensstil: wichtig für jede Frau mit PCOS

„Ein Lebensstil mit gesunder Ernährung und regelmäßiger Bewegung sollte allen

Frauen mit PCOS empfohlen werden, damit diese ein gesundes Gewicht

halten, bzw. dieses erreichen können und um die hormonelle Situation, die allgemeine Gesundheit und die Lebensqualität über das ganze Leben hinweg zu optimieren.“ ++

 

Mein Senf dazu: Mir gefällt, dass betont wird, dass alle Frauen mit

PCOS vom Lebensstil profitieren. Egal welches Gewicht, welche Probleme… Frauen

mit PCOS sind so verschieden. Und jede profitiert sicherlich anders. Es ist eine lebenslange Reise: das PCO-Syndrom und der richtige Lebensstil sind nicht

nur dann wichtig, wenn man schwanger werden möchte, sondern zu jeder Zeit! Ganz

genau!



2. Drei Schlüssel gegen Übergewicht und Insulinresistenz

„Die Lebensstilintervention sollte bevorzugt Ernährung, Bewegung und Verhaltensstrategien beinhalten und allen Frauen mit PCOS und Übergewicht empfohlen werden um Gewicht,

bauchbetontes Übergewicht und Insulinresistenz zu mindern.“ +++



3.  Schlank und PCO-Syndrom?

„Ein gesunder Lebensstil kann zu Gesundheit und Lebensqualität, auch ohne Gewichtsverlust beitragen.“ +

 

Mein Senf dazu: Es ist enttäuschend, dass die Bemühungen schlanker

Frauen mit PCOS laut den Leitlinien eher „nur“ als Erhaltung der allgemeinen

Gesundheit und Lebensqualität angesehen werden. Ja ich gebe zu, die Studienlage

ist tatsächlich leider sehr, sehr dünn für Frauen mit PCOS und Normalgewicht. Meiner

Meinung nach müsste hier viel mehr gemacht werden, damit gezeigt werden kann,

dass Ernährung an sich (unabhängig vom Gewichtsverlust) eine Rolle für die

PCOS-Symptomatik, und nicht nur die allgemeine Gesundheit spielt. Und das tut es

bestimmt. Schließlich lassen sich ja z.B. unter anderem die Insulinresistenz

oder auch entzündliche Prozesse auch unabhängig vom Gewicht durch Ernährung

steuern, die bei PCOS eine Rolle spielen. Es gibt also einige Möglichkeiten,

was auch schlanke Frauen mit PCOS für Ihre Hormone tun können. Nur sind es

einfach zu wenige wissenschaftliche Beweise, um das in die Leitlinie

aufzunehmen. Schade!

 



Ernährungsempfehlungen bei PCOS

1. Gesunde Ernährung steht im Zentrum

„Allgemeine Prinzipien der gesunden Ernährung sollen für alle Frauen mit PCOS, über das gesamte Leben hinweg verfolgt werden.“ ++

 



2. Es gibt nicht nur eine richtige Ernährungslösung

„Eine Vielzahl gesunder, ausgewogener Ernährungsweisen kann empfohlen werden, um eine geringere Energiezufuhr und Gewichtsverlust bei Frauen mit PCOS und Übergewicht zu

erreichen.“ ++

 

Mein Senf: Wir alle sind individuell und es gibt mehrere gesunde

Wege wie wir beim PCOS abnehmen können. Und doch lässt diese Empfehlung aber leiderso viel für die Betroffenen offen und ungeklärt. Aus diesem Grund sehe ich wohl

keinen Weg daran vorbeiführen, dass Frauen mit PCOS in Zusammenarbeit mit einer

Ernährungsfachkraft diesen individuellen Weg gemeinsam ausarbeiten. Die Frauen

damit alleine zu lassen, finde ich nicht richtig. Das führt gewiss nur in die

nächste Diät.



3. Kalorien zählen?

 „Um abzunehmen, sollte Frauen ein Energiedefizit von 30% oder 500-750 kcal/Tag (1200-1500 kcal/Tag) empfohlen werden. Der individuelle Kalorienbedarf, Körpergewicht und körperliche Aktivität sollten auch berücksichtigt werden.“ +

 

Mein Senf dazu: Ich persönlich bin aus mehreren Gründen eigentlich gegen das

Kalorien-Zähler-Konzept. Der Fokus sollte meiner Meinung nach nämlich nicht auf

Kalorien, sondern echten Lebensmitteln, einer gesunden Nahrungszusammenstellung

und auf das Erlernen eines gesunden Essverhaltens liegen. Die eigenen Gefühle

von Hunger und Sättigung wieder wahrnehmen zu lernen ist gerade bei PCOS ein

Thema. Darüber hinaus erachte ich eine tägliche Kalorienzufuhr unter 1500 kcal

als kritisch. Die Nährstoffversorgung kann darunter leiden, und eine zu starke

Einschränkung kann oft auch nach hinten losgehen. Ein gewisses Maß an

Kalorienbewusstsein ist in vielen Fällen von Vorteil, aber akribisches

Protokollieren, Wiegen und Zählen ermöglicht meiner Meinung nach keine flexible

Ernährungskontrolle, sondern gleicht eher einer rigiden und starren Diät.

 



4. Keine allgemein beste Diät

„Es gibt keine bzw. eingeschränkte Evidenz, dass irgendeine spezifische (kalorienäquivalente) Diät besser als eine andere ist, oder dass Frauen mit PCOS verschiedenartig auf eine

Gewichtsreduktionsintervention reagieren als Frauen ohne PCOS.“ +

 

Mein Senf dazu: Und wieder lässt das alles für die Betroffenen offen.

Kein Wunder, wenn Ärzte also immer wieder empfehlen: „Nehmen Sie doch einfach

ab!“ Ja, aber wie? Wenn sie selbst davon keine Ahnung haben oder Zeit zur

Unterstützung und Beratung, dann sollen Mediziner zumindest an eine geschulte Ernährungsfachkraft überweisen, oder es müssen die finanziellen Barrieren für fundierte Hilfe

abgeschafft werden, damit Frauen mit PCOS individuell und professionell geholfen

werden kann. Dazu lese ich aber leider nirgends eine Empfehlung!

 



5.  Jede Frau mit PCOS is(s)t anders

„Die neue Ernährungsweise sollte auf Lebensmittelvorlieben der Frau angepasst werden, und einen flexiblen und individuellen Zugang zu einer verminderten Kalorienzufuhr ermöglichen. Gleichzeitig sollten unnötig restriktive und unausgewogene Ernährungsweisen vermieden werden.” +

Mein Senf: Und wieder das Plädoyer für eine individuelle Beratung und

Unterstützung…

 



6.  Vorbeugen ist besser als hinterher bekämpfen

„Einer Gewichtszunahme vorzubeugen, die Gewichtsentwicklung zu überwachen und einen gesunden Lebensstil bei PCOS zu befürworten ist wichtig, besonders ab der Jugend.“ +

 

Mein Senf dazu: Ja, meiner Meinung nach ist das sogar das Wichtigste.

Für die, die (noch) schlank sind. Es ist einfach so schwer, langfristig abzunehmen und zu halten. Man muss wirklich jedes Kilo, das man nicht zunimmt feiern. Leider nehmen wir das aber meist gar nicht als Erfolg wahr.



7. Auch kleine Änderungen zählen!

 „Als erreichbares Ziel werden für Frauen mit PCOS und Übergewicht z.B. 5% - 10% Gewichtsverlust angestrebt, was bereits zu signifikanten klinischen Verbesserungen führt. Eine solche Gewichtsabnahme innerhalb sechs Monaten wird als erfolgreich betrachtet. Anhaltendes Assessment und Überwachung ist während Gewichtsverlusts und Haltens bei allen Frauen mit PCOS wichtig.“ +



8. Nahrungsergänzung mit Inositol

„Inositol sollte aktuell als experimentelle Therapie bei PCOS betrachtet werden, jedoch besteht wachsende Evidenz für die Wirksamkeit, was weitere Studien notwendig macht.“ +++

 

Mein Senf dazu: Mein Ordner zu Inositol-Studien bei PCOS umfasst mehr als 100 Studien. Inositol ist mit Abstand wohl das am besten untersuchtesten Nahrungsergänzungsmittel bei PCOS. Natürlich sind nicht alles davon randomisiert-kontrollierte Studien. Doch ich frage mich, ob die Zurückhaltung hier wirklich notwendig war? Die Autoren schreiben im Anschluss sogar selbst, dass sie eine neue Übersichtsarbeit zu dem Thema nicht mit eingeschlossen

haben, weil das Publikationsdatum zu spät war. Sie fassen zusammen, dass Inositol positive Effekte auf SHBG, das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes, Eisprung und Zyklusregelmäßigkeit hat und das Risiko für Nebenwirkungen sehr gering scheint.

Also, was spricht dann dagegen?

 


Mein Fazit zu den Ernährungsempfehlungen der Leitlinie 2018

Konkrete Hilfe liefern die Leitlinien keineswegs. Eher eine Sensibilisierung, wie wichtig Ernährung und Bewegung sind. Das wird also wohl auch in der Ärzteschaft erstmal nicht den so dringend nötigen Umschwung von Empfehlungen wie „Nehmen Sie doch einfach ab!“ hin zu konkreter, individueller Lebensstilberatung bringen.

 

Es schwingt aber trotzdem immer wieder mit, dass individuelle Wege für die Lebensstiltherapie des PCOS da sind und diese berücksichtigt werden sollen. Am besten ist es also wohl, wenn sich Frauen mit PCO-Syndrom selbst helfen und professionelle Unterstützung  von einer Fachkraft dafür suchen. Laut einer großangelegten Befragung Betroffener nimmt das Thema Übergewicht einen riesigen Stellenwert ein, Frauen mit PCOS haben es aber satt, immer nur denselben Rat abzunehmen zu hören. Unterstützung muss her. Meiner Meinung nach handelt es sich nicht um eine Holschuld Betroffener. Es fehlt an allen Ecken und Enden an Sensibilisierung und niederschwelliger Hilfe, maßgeschneidert für die Bedürfnisse von Frauen mit PCOS. Daran wird aber auch leider diese Leitlinie 2018 nichts ändern.

 

Was denken Sie über diese vagen Empfehlungen? Denken Sie, dass diese Empfehlungen für Ärzte und infolge für Sie als Betroffene überhaupt hilfreich sein können? Lassen Sie es mich in den Kommentaren wissen! Ich freue mich über Ihr Feedback!

 

Falls Sie selbst mehr (z.B. auch zur medizinischen Therapie) lesen möchten, können Sie die neue Leitlinie (in englischer Fassung) hier downloaden:

https://www.monash.edu/__data/assets/pdf_file/0004/1412644/PCOS-Evidence-Based-Guideline.pdf

https://www.monash.edu/medicine/sphpm/mchri/pcos/guideline

 

+ Praxispunkt: in Übereinstimmung der Leitlinienentwickler getroffen, doch keine Evidenz wurde dafür gesichtet
++  Empfehlung mit Übereinstimmung der Leitlinienentwickler, wenn keine Evidenz vorlag
+++ Evidenzbasierte Empfehlung

 Legende zur Leitlinien-Symbolik


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Kommentare: 2
  • #1

    Judith (Freitag, 13 Juli 2018 11:42)

    Die Ernährungsempfehlungen für PCO frusten mich auch ziemlich und sind vor allem verwirrend. Eine Zeit lang hab ich es auf Empfehlung eines Arztes mit LOW Carb versucht. In Verbindung mit metformin und Sport hab ich dann auch wirklich viel angenommen (25kg). Ich konnte es dann auch 1,5 Jahre gut halten, mit eine "normalen" gesunden Ernährung. Also viel Gemüse und Obst. Bei Getreideprodukten vor allem Vollkornprodukte. Und zwischendurch aber nicht täglich auch mal ungesundes wie Chips oder Kuchen. Aber seit etwa einem halben Jahr geht das Gewicht langsam wieder rauf obwohl ich nicht anders esse oder mich bewege (metformin hab ich auf anraten des Arztes abgesetzt und nehme jetzt Gesdine). LOW CARB kann ich mir als dauerhafte Ernähruntgsform gar nicht vorstellen. Auch die ErnährungsberaTermin im KH hat mir nur "allgemeine " Tipps für gute Ernährung gegeben. Ich hatte aber nicht das Gefühl das sie auf meine Situation eingeht. Ich hoffe es werdenicht die Studien für konkrete Ernährungsempfehlungen gemacht. Ich hab es wirklich satt dauernd selbstExperimente zu machen.
    So ein langes Kommentar hab ich noch nie auf einen BlogArtikel geschrieben. Bin schon gespannt was andere Betroffene schreiben.

  • #2

    Judith von fertileaty (Samstag, 14 Juli 2018 21:07)

    Liebe Judith,
    25kg Gewichtsverlust zu erzielen und den über 1,5 Jahre zu halten ist ein wirklich beachtlicher Erfolg. Besonders für eine Frau mit PCO-Syndrom! Mein größter Respekt! Und ich finde es großartig, wie Sie versuchen, eine gesunde Ernährungsweise und Bewegung weiterhin beizubehalten.
    Was ich aber herauslesen kann, ist, dass es Sie ungemein frustet, dass trotz aller Bemühungen das Gewicht nun langsam wieder nach oben geht! Nun, das kann natürlich mehrere Ursachen (hormoneller Natur, Insulinresistenz, natürlich auch Bewegung, Ernährung, Essverhalten und Co.) haben, denen ich jetzt leider nicht auf den Grund gehen kann.
    Lassen Sie mich aber sagen: Gewicht Halten ist wirklich für jedermann eine knifflige Sache, da der Körper deutlich weniger Kalorien verbraucht als zuvor. Es ist also nicht unbedingt "Ihre Schuld" - es ist einfach wirklich verdammt hart, dagegen anzukämpfen.
    Was sich beim Gewicht halten aber bewährt hat: Es muss nicht Low-Carb sein, keineswegs! Doch es lohnt sich, bei Ihrer Ernährung, die Qualität der Kohlenhydrate unter die Lupe zu nehmen. Das ist beim PCOS enorm wichtig: die Kohlenhydratreichen Lebensmittel sollten möglichst wenig verarbeitet sein (Beispiel: Obst besser als Smoothies, Getreideflocken und -körner besser als Mehl und Weißbrot, Teigwaren "al dente" kochen usw.). Ich denke, ich werde hier wohl mal einen Artikel schreiben müssen :). Das Thema der "richtigen" Kohlenhydrate ist nun zu viel, um es hier voll abzuhandeln. Zusätzlich können Sie auch versuchen, "veggie-preloads" vor den Mahlzeiten, in Form von kalorienarmen Salaten oder Suppen mit viel Gemüse zu essen. Die Gemüse-Ration der Mahlzeit einfach vorab aufnehmen: Allein dadurch kommen Menschen bewiesenermaßen mit kleineren Portionen hintan aus - das kann Ihnen also dabei helfen, nicht zu schnell ins Kalorien-Plus zu kommen. Aus Studien weiß man auch, wie wichtig ein regelmäßiges Mahlzeitenmuster und das Erlernen von Verhaltensstrategien sind, wenn es ums Gewicht halten geht (Bewältigungsstrategien gegen Rückfälle statt Frustessen und Co.). Und zum Thema Bewegung sei gesagt: Falls Sie es noch nicht machen, empfehle ich Ihnen auch "Krafttraining" (das muss nicht Gewichte stemmen bedeuten... es gibt viele Übungen mit dem eigenen Körpergewicht), denn ein kräftiger Muskel verbessert die Insulinresistenz, die Zuckerverwertung und erhöht Ihren Grundumsatz - wirkt also gegen viele der Probleme, die das Gewicht Halten so schwierig machen.

    Bleiben Sie dran! Einmal öfter aufstehen, als man fällt!

    Ich wünsche alles Liebe für Ihren weiteren Weg,
    Judith von fertileaty

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