Ungesund Essen und trotzdem schwanger

Wie wichtig Essen und Trinken für Ihre Fruchtbarkeit und Ihr Wunschkind wirklich ist

Entscheidung gesunde oder ungesunde Lebensmittel für Fruchtbarkeit, Kinderwunsch und Schwanger werden
Gesund vs. ungesund auf dem Weg zum Wunschkind: Was Ernährung wirklich bewirken kann.

Für viele bewusst lebende Menschen ist es wie ein Schlag ins Gesicht: trotz größter Bemühungen um einen gesunden Lebensstil erscheint die ersehnte Schwangerschaft in weiter Ferne.

 

Und rundherum scheint es so, als würden alle anderen mühelos schwanger werden. Selbst die, die von einem gesunden Lebensstil eher wenig halten.

 

Viele Menschen stellen sich dann (zu Recht) die Frage: Inwiefern lohnt sich gesundes Essen eigentlich in der Kinderwunschzeit? Scheint es doch so als wäre ein gesunder Lebensstil keine echte Bedingung für einen positiven Schwangerschaftstest.

 


Gesunder Lebensstil bei Kinderwunsch: ein must-have?

Ja, es gibt sie wirklich: Paare, für die der gesunde Lebenswandel nicht wirklich eine große Rolle spielt.

Und ja, auch diese Menschen bekommen Kinder.

Also ja, wenn man es so sagen will: Ein gesunder Lebensstil ist keine in Stein gemeißelte Bedingung, kein absolutes must-have um schwanger werden zu können.

 

Aber seien wir uns doch einmal ehrlich: Gibt es so etwas überhaupt? Eine so unabdingbare Voraussetzung für irgendetwas, die jeder Mensch erfüllen müsste?

 

Eher nicht. Denn absolute Garantien gibt es nur selten. Im Privaten, wie in der (Reproduktions-)Medizin.

 

Gerade beim Kinderwunsch lässt sich einfach nichts zu 100 % prophezeien: Schließlich gibt es ältere Frauen, die schwanger werden. Und jüngere, die es nicht werden. Paare, die trotz schlechter Prognosen schwanger werden und Paare, die ohne erkennbaren Grund kinderlos bleiben.

 

Es geht also nicht um die Garantie, dass Sie schwanger werden, wenn Sie z.B. jung genug sind oder sich gesund ernähren. Es geht leider „nur“ um Wahrscheinlichkeiten. Und leider können Sie beim Kinderwunsch auch Vieles gar nicht beeinflussen.

 

Die eigentliche Frage lautet also:

Was kann ich denn tun um meine Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden, zu verbessern?

 

Und hier kommt der Lebensstil ins Spiel. Denn hier haben Sie es selbst in der Hand, etwas zu verändern (im Gegensatz zum Alter und anderen Faktoren).

 


Lebensstil – wie wichtig er tatsächlich ist

 

Gut! Nun also wäre es interessant zu wissen, wie wichtig der Lebensstil als Faktor für die Fruchtbarkeit überhaupt ist.

 

Es gibt zwei Lebensstilfaktoren, die sich ziemlich sicher negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken: Rauchen und ein nicht-ideales Körpergewicht (also Über- und Untergewicht). Es ist nicht überraschend, dass sich die Wissenschaft hier einig ist. Die Zusammenhänge sind gut erforscht und die Beweislage ist gut [1].

 


Körpergewicht (Über- oder Untergewicht)

Aus der Nurses Health Study (um nur eine große bevölkerungsbasierte Studie zu nennen) hat man beispielsweise das relative Risiko für Unfruchtbarkeit bei Frauen in Zusammenhang mit dem BMI errechnet:

 

Lag der BMI der Frau zwischen 24-25,9 stieg die Wahrscheinlichkeit für Unfruchtbarkeit um 30% an. Bei einem BMI von 26-27,9 stieg das Risiko schon um 70%, bei BMI 28-29,9 war das Risiko fast 2,5 mal so hoch und ab einem BMI > 30 verdreifachte sich das Risiko beinahe (2,7 mal so hoch) [zit. nach 1].

 

In einer anderen Studie wurde gezeigt, dass es bereits ab einem BMI über 25 (bei der Frau) länger dauert schwanger zu werden [2].

 

Rauchen

Abgesehen von den vielen gesundheitsschädlichen Wirkungen des Rauchens kann es auch die benötigte Zeit um schwanger zu werden verlängern [2].

Aus vielen Studien ließ sich die gesteigerte Wahrscheinlichkeit für Unfruchtbarkeit bei rauchenden Frauen auf 60% errechnen [1].

 

Fruchtbarkeit und Hormone werden durch Übergewicht oder Untergewicht beeinflusst
Das Körpergewicht spielt besonders für die Fruchtbarkeit und Hormonregulation der Frau eine große Rolle.

Merke!

Jede (auch kleine) Änderung zum Besseren hin zählt.

Klar, je näher man dem Ideal kommt, desto besser. Viele einzelne Faktoren können sich auch aufsummieren. Im Positiven, aber leider auch  im Negativen.

Demzufolge hatten Paare, die mehr als 4 negativ einzustufende Lebensstilfaktoren aufwiesen, eine um 60% reduzierte Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden. Die Zeit, die sie benötigten um schwanger zu werden, war 7x so lange [2].

Überblick über Einflussfaktoren der Ernährung auf die Fruchtbarkeit

Nun spielt natürlich die Ernährung für die Erlangung oder Aufrechterhaltung des Idealgewichts eine entscheidende Rolle. Es zählt allerdings nicht nur die Menge (Mangel bzw. Überschuss an Energie/Kalorien), sondern auch die Qualität.

 

Gleich vorweg: Die eine gesunde Ernährungsform für die ideale Fruchtbarkeit des Menschen gibt es nicht (bzw. muss erst noch gefunden werden (; ). Allerdings liegen einige Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen Ernährung und Fruchtbarkeit vor.

 

Relevante Themen sind [3]:

  • Nährstoffe (z.B. Fettsäuren) 
  • Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente (z.B. Folsäure)
  • Lebensmittelgruppen (z.B. Obst und Gemüse, Kaffeekonsum)
  • Ernährungsformen (z.B. mediterran orientierte Kost)

Es würde den Rahmen sprengen, hier auf alle beschriebenen Punkte genauer einzugehen. Ein allgemein gesundes Ernährungsmuster ist allerdings sicherlich empfehlenswert - auch hinsichtlich der Förderung der Fruchtbarkeit. Anhand der großangelegten Nurses Health Study in den USA konnte Harvard-Professor Dr. Chavarro erkennen, welche Ernährungsfaktoren mit Störungen des Eisprungs (und damit der Unfruchtbarkeit) in Zusammenhang stehen.

 

Einige (auch allgemein-erstrebenswerte) Ernährungs-Empfehlungen, die sich daraus ableiten [4]:

 


Meiden Sie Transfettsäuren und schränken Sie gesättigte Fette ein!

 

Statt Fleisch auch einmal auf pflanzliches Eiweiß aus Bohnen, Erbsen, Linsen setzen!

 


Sagen Sie Ja zu gesunden Fetten: Verwenden Sie pflanzliche Öle, essen Sie Nüsse und Samen. Sie enthalten wertvolle ungesättigte Fettsäuren. Auch die Fette aus Lachs und Sardinen sind empfehlenswert.

 

Vollwertig: Ballaststoffreiche Vollkornprodukte, Obst und Gemüse: hier befinden sich Kohlenhydrate, die langsam verdaut und im Körper aufgespalten werden.

 


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Ernährung: Effekte ein Leben lang

Es ist ganz entscheidend eines im Hinterkopf zu behalten: Wenn Sie Ihren Lebensstil zum Positiven verändern wollen, sollte Ihr Erfolgsmaßstab allerdings nicht nur das Schwanger werden an sich sein. Sie „scheitern“ nicht, nur weil Sie dann immer noch nicht schwanger sind. Und vor allem ist gesunde Ernährung niemals umsonst! Es geht nämlich beim gesunden Lebensstil noch um viel mehr als um den positiven Schwangerschaftstest. Denn selbst, wenn sich ihr erwünschter Erfolg nicht so bald wie gewünscht einstellt, ist es sinnvoll weiterhin am Ball zu bleiben.

 

Warum?

Allgemein bekannt ist ja, dass die Ernährung während der Schwangerschaft ihr Kind prägt. Aber auch Ihr Lebensstil und Ihre Ernährung davor können Auswirkungen auf Ihre eigene Gesundheit und die Ihres zukünftigen Kindes haben [5, 6]. In Tierexperimenten hat man bereits erkannt, dass eine veränderte mütterliche Ernährungsweise vor der Schwangerschaft bleibende Effekte auf den Nachwuchs haben kann [7].

 

Die Schwangerschaft selbst ist eine sehr kritische Zeit, in der der Bedarf an Nährstoffen (aber nicht Kalorien) erheblich steigt. Manche Forscher stehen allerdings einer Supplementierung von Nährstoffen (ausgenommen Folsäure) in dieser Zeit kritisch gegenüber. Nahrungsergänzungsmittel können niemals eine gesunde Ernährung imitieren. Deshalb gewinnt die ideale Versorgung des Körpers durch eine hervorragende Ernährung bereits vor der Schwangerschaft eine sehr große Bedeutung – kann sie doch auch als Vorbereitung und präventive Maßnahme angesehen werden [7].

Hinweis zum Schluss: Über das Vergleichen mit anderen

Sie versuchen nun also Ihr Bestes und wissen, dass Sie selbst ohne aktuell positiven Schwangerschaftstest etwas Gutes für die Zukunft tun. Sie wissen, dass nichts umsonst ist. Aber trotzdem frustriert es Sie, wenn Sie rundherum Erfolge sehen, nur die eigenen nicht.

 

Mein Wunsch für Sie: Gehen Sie behutsam mit sich selbst um: Gerade wenn Erkrankungen (z.B. PCOS) im Spiel sind, die die Erfüllung des Kinderwunsches erschweren können.

 

Versuchen Sie so gut es geht Ihre eigene Situation nicht mit anderen zu vergleichen. Weder mit Gesunden noch mit ebenfalls Erkrankten. Denn selbst unter LeidensgenossInnen orientieren wir uns meist an denen, die es „besser“ erwischt haben (zum Beispiel schnell schwanger wurden). Fakt ist aber, dass jeder Mensch anders ist. Und jeder Mensch benötigt möglicherweise auch andere Dinge.

 

Eigentlich sollte es immer nur um Sie selbst gehen! Vom Vergleichen alleine ist Ihnen ja noch lange nicht geholfen! Wichtiger ist, für sich selbst zu erkennen was Ihr eigener Körper tatsächlich braucht. Und nicht, was die andere Person gebraucht oder unternommen hat, um erfolgreich schwanger zu werden. Wichtig ist: Wo stehen Sie selbst in Ihrem Weg und was haben Sie schon für sich erreicht?

 

Falls Sie selbst erkrankt sind oder Ihr Partner, stellt der Körper ohnehin andere Bedingungen für Sie auf als für einen Gesunden. Ernährung gewinnt dann zum Beispiel beim PCO-Syndrom eine noch größere Bedeutung für eine Schwangerschaft als für eine gesunde Frau. In diesem Fall kann es also durchaus sein, dass Sie mehr als der Durchschnitt unternehmen müssen.

 

Unfair?

 

Das Leben ist einfach meist nicht gerecht: ein Blick auf unsere Welt genügt für diese Erkenntnis. Wir leben aber nun einmal in einer Welt, in der jeder sein eigenes Päckchen zu tragen hat. Darin befindet sich für jeden auch etwas anderes. Manche haben (scheinbar) einen sehr kleinen und leichten Rucksack und manche tragen alleine das Gepäck von Mehreren.

 

Wie aber nun umgehen damit? Medizin und Lebensstil werden uns die Last nicht immer ganz nehmen können. Sie verändern meist nur unsere Wahrscheinlichkeiten. Das ist schade. Aber Medizin und Lebensstil können uns helfen, die Lasten zu schmälern oder gar weiteren Lasten vorzubeugen.

 

Die Sache ist also eher die:

 

Werfen Sie einen Blick auf Ihren eigenen Weg! In Ihren eigenen Rucksack! Machen Sie für sich das Beste daraus! Und seien Sie ruhig stolz darauf, was Sie für Ihren Körper durch den gesunden Lebensstil leisten!

Quellen

[1] Homan, G. F., M. Davies, und R. Norman. „The Impact of Lifestyle Factors on Reproductive Performance in the General Population and Those Undergoing Infertility Treatment: A Review“. Human Reproduction Update 13, Nr. 3 (Juni 2007): 209–23. doi:10.1093/humupd/dml056.

[2] Hassan, Mohamed A. M., und Stephen R. Killick. „Negative Lifestyle Is Associated with a Significant Reduction in Fecundity“. Fertility and Sterility 81, Nr. 2 (Februar 2004): 384–92. doi:10.1016/j.fertnstert.2003.06.027.

[3] Fontana, Roberta, und Sara Della Torre. „The Deep Correlation between Energy Metabolism and Reproduction: A View on the Effects of Nutrition for Women Fertility“. Nutrients 8, Nr. 2 (11. Februar 2016): 87. doi:10.3390/nu8020087.

[4] http://www.health.harvard.edu/di

[5] Chavatte-Palmer, P., K. Al Gubory, O. Picone, und Y. Heyman. „[Maternal nutrition: effects on offspring fertility and importance of the periconceptional period on long-term development]“. Gynecologie, Obstetrique & Fertilite 36, Nr. 9 (September 2008): 920–29. doi:10.1016/j.gyobfe.2008.06.020.

[6] Reifsnider, E., und S. L. Gill. „Nutrition for the Childbearing Years“. Journal of Obstetric, Gynecologic, and Neonatal Nursing: JOGNN 29, Nr. 1 (Februar 2000): 43–55.

[7] Moore, Vivienne M., und Michael J. Davies. „Diet during Pregnancy, Neonatal Outcomes and Later Health“. Reproduction, Fertility, and Development 17, Nr. 3 (2005): 341–48.


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