Wenn das Wunschkind auf sich warten lässt: Sind wir (un)fruchtbar?

unerfüllter Kinderwunsch ab wann gilt man als unfruchtbar Diagnose
Für Sie ist es schon höchste Zeit für einen positiven Schwangerschaftstest?

Sie und Ihr Partner haben sich dazu entschlossen, nun endlich ihr Wunschkind bekommen zu wollen? Sie haben sich hierfür schon einige Monate lang ins Zeug gelegt, sind allerdings bisher erfolglos geblieben?

 

Dann verzweifeln Sie jetzt erstmals nicht, sondern lesen Sie hier, wie lange es durchaus dauern kann, bis Sie schwanger werden und ab wann man eigentlich erst von Unfruchtbarkeit spricht. 


Von Schwangerschafts-Wahrscheinlichkeiten und tickenden Uhren

Zuerst einmal ist es hilfreich zu erfahren, wie wahrscheinlich es eigentlich ist, dass bei gesunden Paaren in einem Zyklus eine Schwangerschaft eintritt. Ihre monatliche Erfolgsrate ist von einigen Faktoren abhängig. Unter Anderem beeinflusst das Alter der Frau ihre Chancen auf ein Kind [1], was anhand von zwei Beispielen verdeutlicht werden soll.

 

Beispiel: 30-jährige Frau

 

Eine dreißigjährige Frau hat in einem Zyklus nur eine Chance von 20% schwanger zu werden. Stellen Sie sich also hundert dreißigjährige, gesunde Frauen vor, die versuchen schwanger zu werden. Nur 20 Frauen werden im ersten Zyklus Erfolg haben, alle anderen müssen weiter probieren [1].

 

Beispiel: 40-jährige Frau

 

Ab 40 Jahren schrumpft die Erfolgsrate pro Zyklus auf nur mehr 5%. Nur 5 von 100 über 40 Jährigen gesunden Frauen werden also beim ersten Anlauf schwanger [1].

Das mag auf den ersten Blick ernüchternd aussehen. Innerhalb einer „Probezeit“ von ca. 12 Monaten werden allerdings doch ca. 70 – 90 % der 20-40 jährigen Frauen schwanger [2]. Sie dürfen der Erfüllung Ihres Kinderwunsches also prinzipiell bis zu einem Jahr Zeit geben.

 

Aber, wenn...

  •  Ihnen und Ihrem Partner Erkrankungen oder Symptome bekannt sind, welche die Fruchtbarkeit einschränken könnten und/oder
  • die Frau älter als 35 Jahre alt ist und/oder
  • Sie schon länger als ein Jahr versuchen, ein Kind zu bekommen

... wäre eine Abklärung Ihrer Fruchtbarkeit ratsam [3]. Fruchtbarkeitsprobleme können sich z.B. als Unfruchtbarkeit oder Sterilität äußern.

 

Sterilität, Infertiliät, Subfertilität: Wovon sprechen wir eigentlich?

Die Klärung der Begriffe Unfruchtbarkeit, Sterilität und Co. mag auf den ersten Blick nach einer banalen Angelegenheit aussehen. Tatsächlich besteht aber selbst in Fachkreisen Uneinigkeit, welche Kriterien für eine Diagnose angewandt werden sollten. Diese unterschiedlichen Auffassungen führen dazu, dass nicht immer einheitliche Definitionen z.B. für den Begriff „Infertilität“ verwendet werden [4].

 

Eine klare Definition ist allerdings erforderlich, um erkennen zu können welche Paare von einer medizinischen Abklärung und Therapie profitieren würden.  Diese frühestmöglich von Paaren unterscheiden zu können, die ohne Hilfe noch schwanger werden können, ist das Ziel.

 

Subfertilität (Verminderte, eingeschränkte Fruchtbarkeit)

Subfertilität beschreibt eigentlich jede Form der eingeschränkten Fruchtbarkeit, die dazu führt dass es unbeabsichtigt länger als sonst dauert schwanger zu werden [5].

 

Infertilität (Unfruchtbarkeit)

Die WHO (World Health Organization) und das International Committee for Monitoring Assisted Reproductive Technology sprechen von Infertilität, wenn bei Paaren selbst nach 12 Monaten regelmäßigen Geschlechtsverkehrs ohne Anwendung von Verhütungsmethoden keine Schwangerschaft eintritt [6].

 

Die Amerikanische Gesellschaft für Reproduktionsmedizin (ASRM) fügt jedoch der WHO- Definition einen wichtigen Satz hinzu: Eine frühere Behandlung oder Abklärung kann aufgrund der medizinischen Vorgeschichte gerechtfertigt sein. Bei Frauen über 35 Jahren sollte ebenfalls früher (hier nach 6 Monaten) eine Abklärung erfolgen.

 

Laut dieser Definitionen wird Infertilität also als Schwierigkeit schwanger zu werden beschrieben. Ob die Schwangerschaft einer Frau dann auch tatsächlich in der Geburt eines Babys resultiert oder es zu keiner Lebendgeburt kommt, wird hier erstmals nicht berücksichtigt.

 

Frauen, die zwar schwanger werden, aber jedoch zwei oder mehrmals ihr Kind verlieren, sind laut ASRM nicht von Infertilität, sondern von wiederkehrendem Schwangerschaftsverlust betroffen  [3].

 

Sterilität

Manchmal wird die Unfruchtbarkeit (Infertilität) synonym mit Sterilität gleichgesetzt [5]. Jedoch ist der Begriff Sterilität für Paare anzuwenden, bei denen selbst nach 48 Monaten noch keine Schwangerschaft eingetreten ist und diese spontan auch nur mehr vereinzelt eintreten könnte [5].

 

Was Sie selbst tun können

Egal, wie lange Sie nun schon versuchen ein Kind zu bekommen: Es ist nie zu spät, ihrer Gesundheit, Fruchtbarkeit und Ihres zukünftigen Kindes zu Liebe Ihren Lebensstil genauer unter die Lupe zu nehmen. Folgende Bereiche des täglichen Lebens nehmen Einfluss auf Ihre Fruchtbarkeit [7]:

  • Ernährung
  • Körpergewicht (sowohl zu geringes als auch zu hohes Gewicht
  • Rauchen
  • Stress
  • Bewegung

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Quellen

[1] American Society for Reproductive Medicine. „Age and Fertility A Guide for Patients“. 2012

 

[2] Rothman, Kenneth J., Lauren A. Wise, Henrik T. Sørensen, Anders H. Riis, Ellen M. Mikkelsen, und Elizabeth E. Hatch. „Volitional Determinants and Age-related Decline in Fecundability: A General Population Prospective Cohort Study in Denmark“. Fertility and sterility 99, Nr. 7 (Juni 2013): 1958–64. doi:10.1016/j.fertnstert.2013.02.040.7

 

[3] Practice Committee of American Society for Reproductive Medicine. „Definitions of Infertility and Recurrent Pregnancy Loss: A Committee Opinion“. Fertility and Sterility 99, Nr. 1 (Januar 2013): 63. doi:10.1016/j.fertnstert.2012.09.023.

 

[4] Gurunath, S., Z. Pandian, Richard A. Anderson, und Siladitya Bhattacharya. „Defining Infertility—a Systematic Review of Prevalence Studies“. Human Reproduction Update 17, Nr. 5 (9. Januar 2011): 575–88. doi:10.1093/humupd/dmr015.

 

[5] Gnoth, C., E. Godehardt, P. Frank-Herrmann, K. Friol, Jürgen Tigges, und G. Freundl. „Definition and Prevalence of Subfertility and Infertility“. Human Reproduction 20, Nr. 5 (5. Januar 2005): 1144–47. doi:10.1093/humrep/deh870.

 

[6] Zegers-Hochschild, F., G. D. Adamson, J. de Mouzon, O. Ishihara, R. Mansour, K. Nygren, E. Sullivan, S. van der Poel, International Committee for Monitoring Assisted Reproductive Technology, und World Health Organization. „The International Committee for Monitoring Assisted Reproductive Technology (ICMART) and the World Health Organization (WHO) Revised Glossary on ART Terminology, 2009“. Human Reproduction (Oxford, England) 24, Nr. 11 (November 2009): 2683–87. doi:10.1093/humrep/dep343.

 

[7] Sharma, Rakesh, Kelly R Biedenharn, Jennifer M Fedor, und Ashok Agarwal. „Lifestyle factors and reproductive health: taking control of your fertility“. Reproductive Biology and Endocrinology : RB&E 11 (16. Juli 2013): 66. doi:10.1186/1477-7827-11-66.

 

 

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